Impuls zum Welttag der Armen

Impuls zum Welttag der Armen.

Die Armut in der Welt wächst und ist auf einem neuen Hochstand. Schaut man darauf, wie Millionen von Menschen leben müssen, dann ist die Ungleichheit zwischen Arm und Reich einfach erschütternd.

Papst Franziskus hat angesichts dieser Situation einen Welttag der Armen benannt: Es ist jeweils der Sonntag vor dem Christkönigsfest, in diesem Jahr also der 19. November. „Die Liebe erlaubt kein Alibi: Wer lieben will, wie Jesus geliebt hat, muss ganz und gar seinem Beispiel folgen. Das gilt besonders, wenn es um die Armen geht“, so schreibt er.

Und er verweist auf Franziskus von Assisi, der sich nicht damit zufrieden gab, den Aussätzigen Almosen zu geben, sondern sie umarmte und sich sogar entschied, mit ihnen zu leben. Franziskus von Assisi selbst sieht in dieser Begegnung sein großes Bekehrungserlebnis: In seinem Testament beschreibt er, dass es ihm zunächst sehr bitter vorkam, Aussätzige zu sehen. Aber „der Herr selbst hat mich unter sie geführt, und ich habe ihnen Barmherzigkeit erwiesen. Und da ich fortging von ihnen, wurde mir das, was mir bitter vorkam, in Süßigkeit der Seele und des Leibes verwandelt" (Testament 1-3). Nächstenliebe habe verwandelnde Kraft, betont Papst Franziskus.

Armut ist nicht einfach nur weit weg. Wer mit offenen Augen durch Fußgängerzonen und Straßen geht, wird Armen begegnen. Im GASThaus in Recklinghausen, das wir für die Menschen öffnen, deren Lebensmittelpunkt die Straße (geworden) ist, erleben wir hautnah, dass die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinander geht.

Zu unseren Gästen gehört auch Sonja (Name geändert), die mit dem, was sie in diversen Jobs verdient, vorne und hinten nicht über die Runden kommt. Sie schämt sich deswegen, denn den Armen in Deutschland, so ihre Erfahrung, wird häufig der Vorwurf gemacht, sie seien selber schuld an ihrer Misere. Deshalb achtet sie sehr auf ihr Äußeres. Keiner soll merken, wie arm sie ist. Zu Hause hat sie keinen Strom, also auch keinen Kühlschrank, kann weder kochen noch waschen, weder Radio hören noch abends Licht machen. Sie wünscht sich, dass andere deswegen nicht auf sie herunterschauen, sondern sie achten und respektieren.

Papst Franziskus will mit dem Welttag der Armen alle Menschen einladen, denen die Hand zu reichen, die auf der Schattenseite des Lebens stehen und mit ihnen zu teilen. Er will anspornen, „der Wegwerfkultur und der Kultur des Überflusses eine wahre Kultur der Begegnung“ entgegen zu stellen.

Sr. Judith Kohorst, Recklinghausen

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