"Wie ein Fest nach langer Trauer …

… so ist Versöhnung." Die Erfahrung dieses neuen geistlichen Liedes konnten gut 200 Ordensleute am Sonntag, 12. März 2017, in Triefenstein am Main machen. Gastfreundlich begrüßten anlässlich des  Reformationsgedenkens die Brüder der Christusträger-Bruderschaft evangelische und katholische Mitglieder von Orden, Kommunitäten und geistlichen Gemeinschaften. Staunend ging man aufeinander zu: "Wer seid Ihr?" – "Wie leben Sie?" – "Ach, es gibt evangelische Zisterzienserinnen?" – "Meine Güte, wie viel verschiedene Orden es in der katholischen Kirche gibt!"

Benediktinerinnen mit großem Schleier standen neben Franziskusbrüdern in einem Habit mit großem aufgenähtem Kreuz und Kordel, der allerdings nicht länger war als ein Hemd. Dass diese Männer "zu den Darmstädter Marienschwestern" gehören, kann selbst eine mit allen Wassern gewaschene katholische Ordensfrau wie mich erstaunen. Die Vorstände der Konferenz evangelischer Kommunitäten und der DOK waren ebenso zugegen wie eine gerade in der Nähe tagende Versammlung deutschsprachiger Generaloberinnen. Die Freude gerade der evangelischen Brüder und Schwestern über reichlich katholische Beteiligung war groß.

Locker ging es zu beim Kaffeetrinken, beim Gang in den Garten des alten Augustiner-Klosters. Neue Literatur wurde vorgestellt: je ein katholisches und ein evangelisches Werk über evangelische Gemeinschaften, herausgekommen in katholischen Verlagen.

Den festlichen Versöhnungsgottesdienst leiteten dann einer der Christusträger-Brüder und ein Augustiner. "Da kann man sich Luther vorstellen, der war auch Augustiner", so eine launige Bemerkung am Rande. Singen, Beten, Berührt-Sein, das alles ging gut miteinander. Schwierig war nur ein Moment: Alle waren im Gottesdienst aufgefordert, sich persönlich bei einem Mitglied der anderen Konfession für etwas zu bedanken. Nein, das Bedanken fiel gar nicht schwer – aber die bunt durcheinanderlaufende und gar nicht leise in Austausch und Umarmung befindliche Gemeinde wieder zur Ruhe zu bringen, das war nicht leicht. Noch kommunizieren wir nicht gemeinsam an Leib und Blut Jesu Christi – aber kommuniziert haben wir. Das hat uns genährt, uns und unsere Sehnsucht nach Einheit. Wir wollen nicht mehr 500 Jahre warten!

Sr. Katharina Kluitmann

Weitere Details eher objektiver Art unter www.orden.de.

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