Geschichte

Entwicklung und Ausbreitung der Ordensgemeinschaft der Franziskanerinnen von der Buße und der christlichen Liebe

Plakat zum Jubiläum.
Plakat zum Jubiläum.

1835 - 2004

Rationalismus und Aufklärung führten im 17./18. Jahrhundert zu einer kritischen Haltung gegenüber Glaube und Kirche und schließlich zur Säkularisation. Anfang des 19. Jahrhunderts gab es ganze Landstriche ohne Klöster und kirchliches Leben. Doch dann begann ein neues Suchen und Fragen nach Gott. Vielerorts taten sich Frauen zusammen, um ein geistliches Leben zu führen und auf die drängenden sozialen Nöte zu antworten. Aus diesen Gruppierungen entstanden neue Ordensgemeinschaften. In ihrer Spiritualität und Struktur orientierten sie sich häufig an den alten Orden. Im 19. Jahrhundert wurden allein in Deutschland über 70 franziskanische Frauengemeinschaften gegründet.

1835

wurden die Franziskanerinnen von der Buße und der christlichen Liebe in Heythuysen in den Niederlanden gegründet.

1852

kamen die ersten Schwestern von Catharina Damen aus den Niederlanden nach Deutschland. Sie wurden nach Warendorf-Freckenhorst und nach Sonsbeck/Hamb gerufen. Es folgten zahlreiche Gründungen in den Diözesen Köln und Trier.

1854

schloss sich Angela von Cordier mit einigen Gefährtinnen der Gemeinschaft an. Sie war die Besitzerin der Rheininsel Nonnenwerth und des damals säkularisierten Klosters. Fortan wurde es von den Franziskanerinnen bewohnt und geistlich belebt.

1867

gingen einige Schwestern von Freckenhorst in das westpreußische Konitz. Aus diesem kleinen Beginn entwickelte sich die polnische Ordensprovinz mit heute etwa 150 Schwestern.

1870

zogen 10 Schwestern nach Niederländisch-Ost-Indien, in das heutige Indonesien. Heute zählt die indonesischen Ordensprovinz ca. 360 Schwestern aus den verschiedenen Kulturen des Inselstaates.

1871

brach in Preußen der Kulturkampf aus. 1872 wurden die Jesuiten des Landes verwiesen. Ordensfrauen durften keine erzieherische - und Lehrtätigkeit mehr ausüben. Sie mussten sich anderen Aufgaben widmen oder siedelten um ins Ausland:

1872

folgten einige Schwestern dem Ruf deutscher Jesuiten nach Brasilien und

1874

in die USA. Die Gemeinschaft breitete sich in beiden Ländern schnell aus. Heute leben in Brasilien etwa 700 und in den USA 350 Schwestern.

Immer wieder stellten sich die Schwestern den politischen Gegebenheiten und den sozialen und kirchlichen Entwicklungen. Erzieherische und Lehrtätigkeiten wie auch die Krankenpflege gehörten von Anfang an zu den Aufgaben der Schwestern. Während der Kriege im 19. und 20. Jahrhundert ließen sie sich für den Lazarettdienst engagieren. Sie beherbergten Flüchtlinge und halfen der notleidenden Bevölkerung. Im 20. Jahrhundert eröffneten sich ihnen auch die pastoralen Berufe. In neuerer Zeit erkennen sie zunehmend ihre Aufgabe darin, nicht nur helfend den Menschen nahe zu sein, sondern auch die ungerechten und krank machenden Strukturen in den Blick zu nehmen und sich für Gerechtigkeit und Frieden einzusetzen.

"Das wachsende Bewusstsein von dem gemeinsamen Schicksal und der Zusammengehörigkeit aller Völker lenkt unsere Aufmerksamkeit sowohl auf die gemeinsamen Hoffnungen als auch auf die Probleme der ganzen Welt.

Als weltweite franziskanische Kongregation stellen wir uns diesen Problemen und lassen einander teilhaben an unseren Bemühungen, unserem Wissen und unseren Möglichkeiten. Unsere Gemeinschaft, zu der Menschen aus verschiedenen Kulturen gehören, bemüht sich, dazu beizutragen, dass das Reich Gottes kommt." (Generalkonstitutionen Nr. 79)

Mit dem zunehmenden Wachstum der Gemeinschaft und der Ausbreitung in unterschiedlichen Kulturkreisen stellte sich schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Frage nach entsprechenden Leitungsstrukturen. Es brauchte eine Aufteilung, um den jeweiligen Gegebenheiten vor Ort besser gerecht zu werden.

1900

wurde bereits die erste Teilung in eine niederländische und eine deutsche Provinz vorgenommen. Die deutsche Provinzleitung hatte ihren Sitz auf Nonnenwerth. Von daher wurden die Schwestern in Deutschland häufig die Nonnenwerther Franziskanerinnen genannt. 1948 wurde diese Provinz noch einmal geteilt. Das zweite Provinzialat wurde in Lüdinghausen errichtet. Auch andernorts entstanden selbständige Provinzen. Heute sind es elf Verwaltungseinheiten (Provinzen u.ä.) mit insgesamt etwa 1500 Schwestern in allen Kontinenten und 12 Ländern. Die Generalleitung hat ihren Sitz in Rom und nimmt ihren Dienst der Animation und Leitung im Sinne der Subsidiarität wahr. Die Entscheidungskompetenz liegt hauptsächlich in den einzelnen Ordensprovinzen mit ihren je eigenen Gegebenheiten.

1959

gingen niederländische Schwestern nach Tansania. Sie unterhielten Schulen und Krankenhäuser und gaben in allem Zeugnis von einem menschenfreundlichen Gott. Sie unterstützten und begleiteten junge afrikanische Frauen auf ihrem Weg in einheimische geistliche Gemeinschaften.

1984

entschied die Ordensleitung, in Tansania eine internationale Kommunität zu gründen, die das Werk der niederländischen Schwestern weiterführen und sich auch zur Aufnahme von afrikanischen Frauen öffnen sollte. Schwestern aus Nord- und Südamerika, aus Indonesien und Polen ließen sich engagieren. Inzwischen haben etwa 50 afrikanische Frauen sich durch ihre Profess an die Gemeinschaft gebunden.

Immer fühlten sich die Schwestern berufen, das, was ihnen selbst im Glauben und in der Gemeinschaft geschenkt worden ist, an andere weiterzugeben. Brasilianische Schwestern gingen nach Guatemala. Die drei Provinzen der USA entsandten Schwestern nach Mexiko. In beiden Ländern sprach das Zeugnis der Schwestern so an, dass einheimische Frauen um die Aufnahme in die Gemeinschaft baten. Indonesische Schwestern erfüllen ihre Sendung in Osttimor und auf den Philippinen und in Tansania. Die polnische Provinz hat eine Mission in Weißrussland eröffnet.

Das Generalkapitel 1999 umschrieb in seinem Statement den Auftrag der Gemeinschaft für heute:

"Wir wollen - im Einklang mit allen Geschöpfen und mit der Sehnsucht der ganzen Menschheit - uns selbst und anderen mehr Zeit, mehr Aufmerksamkeit und mehr kreative Hilfen schenken, damit wir aus der inneren Mitte leben können, in der Gott in uns wohnt. Von diesem inneren Ort kommend, gehen wir geschwisterlich auf die Menschen zu. Unsere eigene Kultur wollen wir schätzen und lieben und all das bekämpfen, was ihr schadet. Das hilft uns, auch die Kulturen der anderen zu achten und zu lieben."

Kloster-ABC

"Klosterbegriffe" erklärt

Auf dieser Seite haben wir für Sie einige "Klosterbegriffe" speziell für unsere Gemeinschaft erläutert. weiter

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Catharina Damen, Mutter Magdalena (1787 – 1858)