EINFACH leben – einfach LEBEN

Das kleine Kloster ist eine Mietwohnung, in der seit 2011 vier Ordensfrauen in direkter Nachbarschaft von Überwasserkirche und Diözesanbibliothek in Münster leben. "Unsere Schwestern" sagen die Nachbarn inzwischen, und wenn ein Pflaster fehlt oder andere Hilfe nötig ist, dann klingeln die Menschen schon mal beim Konvent.

Schwester Katharina und Sr. Chiara Maria, die beiden Franziskanerinnen von Lüdinghausen, und ihre Mitschwestern Sr. Jacoba und Sr. Hiltrud von den Franziskanerinnen von Mauritz freuen sich darüber, dass ihr Zuhause mitten im Alltag Klosterleben und Öffentlichkeit verbindet.

"Einfach" leben sie dabei, wie es der Geist ihrer Gemeinschaften vorsieht. "Als wir diese Wohnung im Gemeindehaus von Überwasser bezogen haben, war klar, dass wir keine neue Möbel brauchten", sagt dazu Sr. Chiara Maria.  Aus beiden Gemeinschaften wurde zusammengetragen, was nötig war – und die vier Zimmer der Frauen, das Gästezimmer, die Küche nebst Haushaltsraum sowie das gemeinschaftliche Wohnzimmer strahlen Gemütlichkeit, ja ein Stückchen liebevolle Zeitlosigkeit aus. "Anspruchsdenken ist dem Geist der Armut fremd", sagen die vier Ordensfrauen zufrieden mit dem, was da ist.

Jede von ihnen hat ein eigenes Zimmer, in dem eine "stille Ecke" – je nach eigenen Wünschen gestaltet – zu Gebet und Meditation einlädt. "Ansonsten machen wir aber auch viel zusammen in der Zeit, in der wir nicht in unseren Berufen oder ehrenamtlich  unterwegs sind", berichtet Sr. Katharina, die als Provinzoberin neben ihrer Arbeit als Psychologin viel unterwegs ist zu den anderen sechs Konventen, in denen Lüdinghauser Franziskanerinnen leben, wohnen und arbeiten. Dass sie nicht im Provinzhaus in Lüdinghausen wohnt, sondern in der Nähe ihres Arbeitsplatzes in Münster, ist weder für sie noch für die Gemeinschaft ein Problem. "Man kann nicht alles durchplanen – aber man kann mutig flexibel sein", findet sie.

Klingelschild.

Einfach genau das "leben", was jetzt dran ist: Auch das ist angesichts der durchaus schwierigen Zukunftsaspekte der älter werdenden und schrumpfenden Ordensgemeinschaft ein Anspruch, den die Schwestern teilen. So beten sie zu Viert von montags bis donnerstags um 21 Uhr öffentlich ein Meditatives Nachtgebet in der Überwasserkirche und laden Frühaufsteher zur Teilnahme an den Laudes (montags bis freitags um 6.25 Uhr) in die kleine Ludgerus-Kapelle der Kirche ein.

"Diese Zeiten gliedern unsere Tage ebenso wie andere gemeinsame Gebetszeiten, Mahlzeiten oder der Gottesdienstbesuch". Bei vier berufstätigen Frauen und vielen Ehrenämtern – von der Mitarbeit bei der offenen Weihnacht über die Beteiligung beim Cityadvent bis hin zu Lektorendiensten oder Mitgliedschaft in Gremien – ist ein eng gestrickter Wochenplan notwendig.

Umso mehr genießen es die Vier, die sich gut verstehen, wenn sie am Sonntag nach den Laudes mit einem ausgiebigen Brunch in den Tag starten, dem meist ein Schriftgespräch folgt. Die Arbeiten im Haushalt sind untereinander aufgeteilt – "auch wir müssen natürlich einkaufen und dabei mit unserem Budget auskommen!", lacht Sr. Katharina. Lachen ist denn auch ein wichtiges Stichwort für diesen Konvent: "Man darf auch mal albern sein und  Freude am Leben haben", sagen alle Vier mit Überzeugung, dass einfach leben auch dies beinhaltet.

"Einfach das Evangelium leben", genau das machen sie jeden Tag in dem kleinen Konvent zwischen Beruf, Berufung und Einsatz für die Menschen ringsum. Zufrieden mit dem, was da ist, aufmerksam für das, was um sie herum gelebt wird. Gottverbunden und menschenverbunden gleichermaßen.

Sommer 2014

Kloster-ABC

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