Impuls zum Franziskusfest

Kreuz aus San Damiano.

In unübersichtlicher Zeit

Es ist eine unübersichtliche Zeit.
Politisch will einfach kein Friede einkehren,
die Umwälzungen sind enorm und kriegerisch.
Wirtschaftlich gelingt der Ausgleich zwischen Armen und Reichen immer weniger,
die Schere klafft auseinander.
In der Kirche sind gravierende Mängel zu beklagen.
Die Menschen sind verunsichert.
Ja, es ist eine unübersichtliche Zeit,
als das 12. Jahrhundert leise in das 13. übergeht.

Es ist eine unübersichtliche Zeit,
in der ein junger Mann,
der mitten drin steckt im Umbruch,
seinen Weg sucht.
Seine Familie gehört zu den Neureichen,
Vater protzt mit den Partys des Sohnes.
Als der sich militärische Ehren als Ritter verdienen will,
scheitert er kläglich, wird krank.
Verkrustete Strukturen in der Kirche bieten dem Suchenden keinen Halt.
Da geht er in sich, sucht einsame Plätze auf,
die Natur,
verlassene Kirchen.
Denn er ahnt, dass Gott einen Weg für ihn hat.

So treffen wir Franziskus in San Damiano.
Gott ist ihm das Höchste, der Glorreiche.
Zu ihm betet er.
Er sucht den Glauben.
Er will die Hoffnung nicht verlieren, vielmehr neu finden.
Denn in der Liebe sieht er das Ziel.
Und er ahnt, dass er so seinen Weg findet,
der Gottes Weg ist.
Um diese Erkenntnis ringt er
und weiß, dass sie nicht nur eine Sache des Kopfes ist.
Er bittet seinen höchsten, glorreichen Gott um rechtes Empfinden.

Der ganze Mensch ist gefragt, wenn er Gottes Willen tun will.
Wir sind als Ganze gefragt, wenn wir auf Gottes Wegen Leben finden wollen.

Es ist eine unübersichtliche Zeit,
am Anfang des 21. Jahrhunderts,
wo Menschen hoffen, zaghaft oder mutig,
dass Gott einen Weg hat für sie und die Kirche und die Welt.

Wir dürfen uns Franziskus anschließen
und hoffen, dass uns allen rechtes Empfinden und Erkennen geschenkt wird,
damit wir Glaube, Hoffnung und Liebe
leben und fördern können.

Vielleicht können wir ja beten wie Franziskus in San Damiano:
Höchster, glorreicher Gott,
erleuchte die Finsternis meines Herzens
und schenke mir rechten Glauben,
gefestigte Hoffnung und vollendete Liebe.
Gib mir, Herr, das rechte Empfinden und Erkennen,
damit ich deinen heiligen Auftrag erfülle,
den du mir in Wahrheit gegeben hast.

Sr. Katharina Kluitmann

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