Der Pestlöffel - Zur Karwoche 2020

Ein Bild lässt mich zurzeit nicht mehr los, der Pestlöffel.
Ich hatte davon noch nie gehört. Nun war im Rahmen einer Ausstellung in Herne davon die Rede, geplant vor der Corona-Krise, aber gerade jetzt so passend.
Ich habe ein Bild eines solchen Pestlöffels gefunden (bruno-schober.com).
Es gab Pestlöffel in verschiedenen Formen und Ausstattungen.
Immer aber dienten sie dazu, Pestkranken auf Abstand die Kommunion zu reichen.

Welch ein Bild! Göttliche Nähe und menschliche Kreativität in schwierigen Zeiten. Welch ein Bild! Das Brot des Lebens kommt in die Situation des Todes. Welch ein Bild! Distanz erhält Leben und schenkt Nähe mitten im Tod. Ein Bild, das sich in dieser Situation unmittelbar erschließt,
ein Bild, das in diese Woche passt.

Nein, es gibt keinen Grund, Ostern ausfallen zu lassen. Riten und Feiern mögen wegfallen, anders sein, schmerzlich vermisst werden.
Aber es bleibt dabei: Gott schenkt Leben aus dem Tod. Wann, wenn nicht jetzt, brauchen wir diese Botschaft? Gott schenkt Nähe, manchmal unvermittelt, oft vermittelt durch Menschen. Wir selbst können solch geniale „Pestlöffel“ füreinander und für andere Menschen sein, Zeichen des Lebens und der Nähe.

Bleiben wir einander in den vielfältigen Formen verbunden,
feiern wir diese Woche, an deren Ende Ostern steht.
Was auch immer die nächsten Tage, Wochen und Monate uns bringen: Jesus geht für uns durch den Tod ins Leben – und das ist immer heute! Er hat unser Leiden geteilt und ist auferstanden, ja, er ist wahrhaftig auferstanden!

Es grüßen Sie herzlich
Ihre Franziskanerinnen von Lüdinghausen

Bildrechte: Bruno Schober von bruno-schober.com. Danke für die Abdruckerlaubnis!

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