Gebetsgedenken

Gebetsgedenken

27. Januar 2014

Am 27. Januar, dem Tag er Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus in Auschwitz, haben wir in unserer Klosterkapelle gemeinsam mit Mitgliedern der Pax-Christi-Gruppe und des  Maximilian-Kolbe-Werkes eine Gedenkstunde  im Rahmen unserer Vesper gehalten.

Eingeschlossen in unser Beten und Denken waren die vielen Holocaust - Opfer, von denen wir in den letzten 10 Jahren insgesamt ca. 200 Überlebende während ihrer Erholungs- und  Versöhnungsaufenthalte in Deutschland in unserem Kloster begegnen  konnten und die wir schätzen gelernt haben.

Gebetsgedenken.

Eingeschlossen waren ebenfalls  Menschen, die auch heute verfolgt, gequält und getötet werden. Das folgende Gebet aus dem Abschiedsbrief der Niederländerin Esther Hillesum,1914 geb. ,1943 in Auschwitz ermordet, hat zum Schluss der Feierstunde alle Anwesenden besonders beeindruckt und tief bewegt. Darum möchten wir es allen Interessierten vorstellen:

"Es sind schlimme Zeiten, mein Gott. Heute Nacht geschah es zum ersten Mal, dass ich mit brennenden Augen schlaflos im Dunklen lag und die vielen Bilder menschlichen Leidens an mir vorbeizogen. Ich verspreche dir etwas, Gott, nur eine Kleinigkeit: Ich will meine Sorgen um meine Zukunft nicht als beschwerende Gewichte an den jeweiligen Tag hängen, aber dazu braucht man eine gewisse Übung. Jeder Tag ist für sich genug. Ich will dir helfen, Gott, dass du mich nicht verlässt, aber ich kann mich von vornherein für nichts verbürgen. Nur dies eine wird mir immer deutlicher: dass du uns nicht helfen kannst, sondern dass wir dir helfen müssen, und dadurch helfen wir uns letzten Endes selbst. Es ist das einzige, auf das es ankommt: ein Stück von dir in uns selbst zu retten, Gott. Und vielleicht können wir mithelfen, dich in den gequälten Herzen der anderen Menschen auferstehen zu lassen…. . Und mit fast jedem Herzschlag wird mir klarer, dass du uns nicht helfen kannst, sondern dass wir dir helfen müssen und deinen Wohnsitz in unserem Inneren bis zum letzten verteidigen müssen. Es gibt Leute, es gibt sie tatsächlich, die im letzten Augenblick ihre Staubsauger und ihr silbernes Besteck in Sicherheit bringen, statt dich zu bewahren, mein Gott. Und es gibt Menschen, die nur ihren Körper retten wollen, der ja doch nichts anderes mehr ist als eine Behausung für tausend Ängste und Verbitterung. Und sie sagen: Mich sollen sie nicht in ihre Klauen bekommen. Und sie vergessen, dass man in niemandes Klauen ist, wenn man in deinen Armen ist."

Sr. Rosemarie

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