General-Visitation in der Lüdinghauser Provinz – Klosterdeutsch für Fortgeschrittene

Visitation.

Klosterdeutsch ist eine interessante Sprache: "Visitation", das kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "Besuch". Wer Englisch kann, kennt "visit", eben auch "Besuch".

Ältere Menschen wissen vielleicht noch mit dem Begriff der Kaffee-Visite etwas anzufangen, einer Einladung zum Kaffeetrinken. Etwas offizieller und ernsthafter ist eine "Visitation" schon.

Visitation.

Aus dem Krankenhaus kennen wir das Wort "Visite" auch. Da kommen die Ärzte und schauen, wie es jemandem geht. Das kommt der Sache schon näher, auch wenn wir als Ordensprovinz keine Patienten sind: In regelmäßigen Abständen kommen die Schwestern, die in unserer Gemeinschaft Leitungsaufgaben wahrnehmen, und schauen gezielt, wie es den einzelnen Gemeinschaften geht. Da gibt es die Provinz-Visitation, wenn die Provinzoberin die einzelnen Konvente "visitiert" – und eben die General-Visitation, wenn Schwestern aus der General-Leitung, die in Rom ihren Sitz hat, die Provinz besuchen. Vom 7. bis 19. Dezember 2015 waren in dieser Aufgabe Sr. Deborah Lockwood, unsere Generaloberin aus den USA, und Sr. Clara Ruoh, indonesische Generalrätin bei uns in der Provinz zur Visitation.

Als Mitschwestern, die nicht zur Provinz gehören, haben sie uns ihren Blick geschenkt, auf unsere Realität, uns Rückmeldungen gegeben, was sie gesehen und gehört haben. Das tut gut, weil man selbst manchmal betriebsblind werden kann und manches für selbstverständlich nimmt, was es vielleicht gar nicht ist. Es war ein freundlicher, wohlwollender Blick, den sie auf uns warfen.

Visitation.

Zudem reisten sie durch die ganze Provinz und hielten eintägige Fortbildungsveranstaltungen, an denen alle Schwestern in kleinen Gruppen teilnahmen. Das war einerseits eine Art Besinnungstag für uns, der weiterwirken kann. Andererseits gab es auch viele Fotos aus unserer weltweiten Gemeinschaft, die auf allen Erdteilen vertreten ist. Das stärkt den Zusammenhalt, gerade auch bei der Mehrheit der Schwestern, die nicht (mehr) die Möglichkeit hat, zu reisen und sich selbst ein Bild zu machen, wie es in Tansania, in Indonesien, den USA, Polen oder wo auch immer zugeht.

Visitation.

Schließlich und endlich, so sagt Sr. Deborah, sehe sie eine wichtige Aufgabe der Generaloberin darin, den Schwestern den Segen unserer Gründerin, Mutter Magdalena, weiterzugeben. Steht Sr. Deborah doch in ihrer Nachfolge und Aufgabe. So hat sie vor der Visitation am Grab von Mutter Magdalena für uns gebetet und uns am Ende der Visitations-Besinnungstage jeweils einzeln mit wohlriechendem Öl gesegnet.

Gut, dass wir solchen Besuch hatten! Besuch, der uns seine Sicht auf uns geschenkt hat. Besuch, der uns Momente der Besinnung auf unser Charisma ermöglichte. Besuch, der das Band der internationalen Verbundenheit gestärkt hat. Besuch, der ein Segen war.

Gott sei Dank – und den beiden Schwestern, Deborah und Clara, die sich zu uns auf den Weg gemacht haben!

Sr. Katharina

 

 

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