22. Mai bis 1. Juni 2015, Pilgerfahrt nach Rom

Gruppenbild vor Hl. Kreuz in Jerusalem.
Gruppenbild vor Hl. Kreuz in Jerusalem.

Schon einige Male gab es für uns Mitarbeiter/innen des Antoniusklosters und des benachbarten Antoniushaus Seniorenheims das Angebot, nach Assisi zu fahren, um dort von "unseren Schwestern" etwas über Franziskus und Klara, über das Ordensleben im Allgemeinen und ganz persönliche Glaubenswege zu hören und zu erleben. Auf die fortwährende Bitte einer dieser Assisipilgerinnen hin gab es in diesem Jahr das Angebot, elf Tage mit Franz von Assisi in Rom zu verbringen.

Unter der ortskundigen Leitung von Sr. Katharina begaben wir uns auf Spurensuche.

Informationen von Sr. Katharina am Straßenrand.
Informationen von Sr. Katharina am Straßenrand.

Am Pfingstsonntag starteten wir frühmorgens bei Nieselwetter zur Sieben(minus 1)-Kirchenwallfahrt – über den Tiber, raus aus den Stadtmauern, über die Via Appia Antika, kreuz und quer durch die lebhafte Stadt. Von Kirche zu Kirche hellte sich der Himmel immer mehr auf, dafür wurden unsere Füße immer schwerer. Selbstergangene Erkenntnis: Man kann auch mit den Füßen beten!

Nachdem wir also Roms Größe gespürt hatten, begaben wir uns in den Untergrund in die Domitilla-Katakomben. In den schmalen, dunklen Gängen der frühchristlichen Begräbnisstätte fiel es uns nicht schwer, uns mit Bruder Tod auseinanderzusetzen. Dieser begleitete uns auch am Abend durch die Gebein-Kapelle der Kapuziner nahe der Piazza Barberini. Ein skurriler Umgang mit einem für etliche von uns leidvollen Thema.

Generalaudienz auf dem Petersplatz.
Generalaudienz auf dem Petersplatz.

Dank Sr. Katharina hatten wir die Möglichkeit, mit unterschiedlichen jungen Ordensmänner und Priestern über ihr Leben in Rom zu sprechen und mit ihnen die Heilige Messe zu feiern - besonders beeindruckend in der Grotte des Petersdoms neben dem Grab des Heiligen Petrus. Dessen aktuellen Nachfolger sahen wir während der Generalaudienz aus nächster Nähe.

Ein ganz besonders herzliches Willkommen bereiteten uns die Schwestern des Generalates – bei einem leckeren gemeinsamen Abendessen fand ein lebhafter Austausch zwischen den Schwestern von 4 verschiedenen Kontinenten und unserer Reisegruppe statt. Wir unterhielten uns zum Teil mit Händen und (glücklicherweise eher weniger) mit Füßen – aber es fanden sich interessante Tischgemeinschaften zusammen. So saßen drei von uns mit Russischkenntnissen zufällig mit einer polnischen Generalratsschwester zusammen und so wie wir übrigen uns unser Schulenglisch ins Gedächtnis riefen, unterhielten sich diese Vier auch dank lange vergessen geglaubter Vokabeln. An diesem Abend wurde uns richtig bewusst, dass unsere Lüdinghausener Schwestern Teil einer weltweiten Kongregation sind.

Blick auf Rom.
Blick auf Rom.
Vor San Luigi dei Francesi.
Vor San Luigi dei Francesi.

Die franziskanische Spurensuche führte uns auch nach San Francesco a Ripa. Der radikalen Armut von Franziskus konnten wir nicht ganz folgen, aber unsere Unterkunft bei den Padri Teatini an San Andrea della Valle war, gemessen an unserem gewohnten Lebensstandard, franziskanisch schlicht und einfach. Die zentrale Lage, das gute Essen und das kostenlose Fitnessprogramm (auf der Gesundheitstreppe mit 154 Stufen bis zu unseren Zimmern) waren Ausgleich für die strengen Jugendherbergsregeln und die Unterbringung in Mehrbettzimmern. Niemand von uns hatte in den vergangen 25 Jahren in einem winzigen 6-Bett-Zimmer oder einem Etagenbett geschlafen. Aber gerade dieses Zusammenrücken und Rücksicht nehmen hat unsere Gruppe geeint.

Bei sommerlichen Temperaturen hatten wir die Möglichkeit, Weihnachtslieder an der kunstvollen, großen Krippe in Cosmas und Damian zu singen und in Aracoeli dem Santo Bambino (Jesuskind) einen Wunschzettel zu schreiben. Wir haben so Vieles gemeinsam gesehen und erlebt, aber an unserem freien Sonntag hatte sich dann unsere Gruppe aufgeteilt. Einige wollten sich noch weiter Kirchen in Ruhe anschauen, andere brauchten den Tag um sich auszuruhen und die stark beanspruchten Füße hochzulegen und wieder andere suchten die Ruhe außerhalb des städtischen Trubels in Castel Gandolfo am Lago Albano. Eine so große und lebendige Stadt wir Rom ist auch für die Ohren anstrengend.

Picknick auf der Treppe vor Aracoeli.
Picknick auf der Treppe vor Aracoeli.
Brot, Käse und Wein auf der Spanischen Treppe.
Brot, Käse und Wein auf der Spanischen Treppe.

Die meisten Tage endeten mit einem reichhaltigen Picknick, u a. auf der Spanischen Treppe, auf den Stufen des Brunnens vor dem Pantheon oder im Park der Villa Borghese. Außerhalb unserer Unterkunft war auch ein Glas Wein erlaubt.

Und obwohl dieses gemeinsame Probieren der italienischen Köstlichkeiten unter freiem Himmel allen in der Gruppe gut gefiel, war es sehr schön, am letzten Abend gemeinsam in einer Trattoria an Tischen sitzend, mit richtigen Gläsern anstoßend, die Fahrt ausklingen zu lassen.

So verbrachten wir elf anstrengende, aber wunderschöne Tage in Rom. Wir waren miteinander, bei uns und auch bei Gott! Wir haben Rom bestanden, Rom genossen und Rom lieben gelernt! Dafür möchten wir uns ganz herzliche bei allen Ordensschwestern der Provinz bedanken, die uns ihre Provinzoberin für diese Pilgerfahrt ausgeliehen haben. Unser ganz besonderer Dank aber gilt Sr. Katharina, die uns so viel Wissen über Rom vermittelt und unermüdlich für uns gesorgt hat. Danke! Danke! Danke!

Hedwig Forsthövel und Daniela Bons

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