Die Menschen im Blick halten

Seelsorge im St. Franziskus-Krankenhaus in Mönchengladbach

"Sind hier noch Schwestern?" fragen manche Patient/innen. Damit meinen sie nicht die etwa 20 indischen Schwestern, die in der Krankenpflege tätig sind, sondern die Franziskanerinnen. Davon gab es vor 50 Jahren noch etwa 100 in Mönchengladbach. Die ersten kamen schon 1854 in diese Stadt. Aus ihrer pflegerischen Tätigkeit entwickelte sich das Krankenhaus Maria Hilf. 1908 gründeten sie das Haus St. Franziskus als Lungenheilstätte. 50 Jahre später wurde es zu einem zweiten Standort der Kliniken Maria Hilf umgebaut und entwickelt sich seitdem immer weiter. – Heute wohnen nur noch fünf Franziskanerinnen im St. Franziskus-Krankenhaus. Sie alle sind im Rentenalter. Ihre Aufgabe sehen sie darin, präsent zu sein: den Menschen, die ihnen begegnen, ein offenes Ohr und aufmerksame Zuwendung zu schenken und die Kranken und alle Mitarbeiter/innen durch ihr Gebet zu stützen.

Sr. Mathilde ist als Seelsorgerin im Krankenhaus tätig.

"Die Franziskanerinnen sind ein enormes Pfund, mit dem das Haus wuchern kann", beschreibt der evangelische Krankenhauspfarrer Herbert Schimanski die Bedeutung der Ordensfrauen. Er weiß, wovon er spricht. Denn er ist seit 1991 in den Kliniken Maria Hilf tätig und der Dienstälteste im ökumenischen Team der Seelsorger. Zu dieser Gruppe gehören ferner sein katholischer Kollege, Pfarrer Burkhard Kroh, Pfarrer i. R. José Narvarte und die Pastoralreferenten Jürgen Schmitz und Andreas Kamphausen. Sie erfahren immer wieder: "Wer horizontal liegt, fängt an vertikal zu denken".

Was ist denn angesichts der Krankheit der Sinn meines Lebens? Warum kommt mich keiner besuchen? Muss ich ins Altenheim? Soll ich eine Chemotherapie akzeptieren? Wie vertrage ich sie? … "Manche Fragen wollen die Patienten gerade nicht mit ihren Angehörigen besprechen, um sie nicht zu belasten. Da kann es für sie sehr entlastend sein, mit einer neutralen Person zu sprechen", sagt Schwester Mathilde.

"Seelsorge ist die Muttersprache der Kirchen", beschreibt Pastoralreferent Andreas Kamphausen seine Erfahrung. Von "Flurpastoral" spricht Pfarrer Kroh. "Es gibt viele Begegnungen auf den Stationen und Fluren. Gerade auch mit Menschen, die nicht unbedingt kirchlich sozialisiert sind." Und auch sie sind oft sehr dankbar, wenn sie erfahren dürfen: "Es wird für mich gebetet."

Das ökumenische Team der Seelsorger.

"Die Schwestern sind im positiven Sinn Sand im Getriebe des Krankenhauses – eben weil das Menschliche für sie Im Mittelpunkt steht und sie sich sehr authentisch für die Belange der Patienten und der Mitarbeiter einsetzen", sagt Pfarrer Schimanski. Schwester Angelika engagiert sich in der Gottesdienstgestaltung und spielt die Orgel. Schwester Mathilde und Schwester Maria helfen dem Seelsorgeteam. Lange Jahre hat Letztere ihren Dienst in der Krankenhaus-Information versehen. "Am Info-Stützpunkt hatte ich viel Blickkontakt mit den Patienten. Ich wusste schnell, ob es gesundheitlich rauf oder eher bergab geht", sagt sie und erinnert sich an einen 40 jährigen Patienten, der auf einmal nicht mehr durch die Halle spazierte. Sie erfuhr dann, dass er im Sterben liegt. "Ich habe in der letzten Stunde seine Hand gehalten", sagt sie.

"Es ist dieser von den Schwestern geprägte Geist, der den Menschen zugewandte Blick, der das Wirken der Ordensfrauen heraushebt", beschreibt Pfarrer Burkard Kroh die Arbeit der Franziskanerinnen aus seiner Sicht. "Sie haben Zeit und schauen religiös motiviert auf ihre Mitmenschen."

September 2014

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